Den Willen zur Lösung stärken
Die jüngste Attentatswelle auf jüdische Israelis und der mit harter Hand geführte Antiterroreinsatz geben größten Anlass zur Sorge. Auch wenn es sich vermutlich um nicht organisierte Attacken handelt, bringen sie die äußerst labile Lage erneut ins Wanken. Innerhalb der Bevölkerung wächst derzeit die Angst vor weiteren Eskalationen im bedrohlichen Maße, betonen sowohl die jüdischen als auch die palästinensischen Partnerorganisationen von Caritas international.
Weder die israelische Regierung noch die palästinensische Autonomiebehörde sind derzeit willens oder in der Lage, den Konflikt zu deeskalieren. Damit überlassen sie den Scharfmachern das Feld: auf der einen Seite der hasserfüllten Propaganda radikaler Kräfte und auf der anderen Seite den Hardlinern, die allein auf militärische Stärke setzen.
Couragierte politische Entscheidungen und die Wiederaufnahme von Gesprächen könnten dagegen den Weg aus der Konfrontation weisen. Das aber setzt voraus, dass sich die politisch Verantwortlichen beider Seiten klar und eindeutig gegen die Gewalt positionieren.
In der aufgeheizten Situation scheinen Friedensbemühungen, wie die in einigen Projekten, die Caritas international seit Jahren unterstützt, fast hilflos. Doch genau hier zeigt sich, wie wichtig es ist, den Dialog zu fördern. Denn Vorurteile und Hass werden geschürt und anerzogen. Sie fallen nicht vom Himmel.
Oktober 2015
